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Die Phasen eines Venuszyklus

Die Venusphasen gehören zu den faszinierendsten Phänomenen, die sich am Sternenhimmel beobachten lassen.

Solange es Menschen gibt erheben sie ihren Blick zum Himmel und betrachten die Sterne am nächtlichen Fimament. Seit jeher ist ihnen Venus dabei besonders aufgefallen, denn sie ist nicht nur der hellste Stern von allen, sondern auch äußerst einzigartig und rätselhaft in ihren Bewegungen. Über Monate dominiert sie als Abendstern den Himmel in der Zeit nach Sonnenuntergang. Dann verschwindet sie ganz vom Abendhimmel und taucht auf der anderen Seite als heller funkelnder Morgenstern wieder auf. Es hat lange Zeit gebraucht, bis die Menschen erkannt haben, dass Abendstern und beim Morgenstern beides die Venus sind und noch viel länger, bis all die Rätsel, dieVenus Bewegungsverhalten aufgegeben hat, gelöst waren. Die Integration der Venusphasen in die Astrologie steht noch immer aus. Ich möchte hiermit einen Beitrag dazu leisten.

Galileo Galilei war einer der ersten, der die Himmelskörper mit einem Teleskop betrachtet hat. Ihm ist die Entdeckung zuzuschreiben, dass sich Venus, ähnlich wie der Mond, innerhalb ihrer Zyklen mit unterschiedlichen Lichtgestalten zeigt. Seine Beobachtungen aus dem Jahre 1609 lieferten die Bestätigung der von Kopernikus aufgestellten Theorie, dass Venus, sollte sie sich nicht, wie bis dahin angenommen, um die Erde, sondern um die Sonne drehen, diese unterschiedlichen Lichtgestallten zeigen müsse. Die Bestätigung seiner Theorie war ein entscheidendes Indiz dafür, dass nicht die Erde, sondern die Sonne das Zentrum unseres Systems ist. Galileo Galilei, der damit zu einem der Väter unseres modernen Weltbild wurde, hat seine Beobachtungen in der nebenstehenden Skizze dargestellt.

Stationen im Zyklus der Venusphasen

VenusphasenGalileo

584 Tage umfasst der Zeitraum eines synodischen Venuszyklus, in dem die 365,25 Tage unserer Erdenjahre und die 224,7 Tage der Venusjahre ihren gemeinsamen Nenner finden. Da diese 584 Tage das wechselseitige Verhältnis der Umlaufbahnen von Erde und Venus um die Sonne wiedergeben, wird für den Zyklusbeginn ein Moment gewählt, an dem Erde, Venus und Sonne genau eine Linie bilden. Das geschieht zweimal innerhalb eines Zyklus, einmal bei der erdnahen und einmal bei der erdfernen Konjunktion. Mit Blick auf die Zyklen der anderen Planeten ist es aus Gründen einer einheitlichen Regelung Praxis, die erdferne Konjunktion, bei der die Sonne zwischen Erde und Venus steht, als Zyklusbeginn festzulegen. Dem dualen Charakter, der sich in den Venuszyklen zeigt, gerecht zu werden, ist es jedoch ratsam, eine gewisse Flexibilität mit dem Begriff des Zyklusbeginns zu erhalten.

Venuszyklus5

Zum Zyklusbeginn bei der Oberen Konjunktion (1) reflektiert Venus mit ihrem vollem Kreisumfang das Sonnenlicht, bleibt jedoch unsichtbar, da die Strahlen der Sonne ihre eigenen überdecken. Ihr heliakischer Abendaufgang (2), d.h. ihre erste Sichtbarkeit als Abendstern erfolgt ungefähr 5 Wochen später. In ihrer sichtbaren Abendsternsphase vergrößert Venus von Tag zu Tag ihren Abstand zur Sonne und erscheint bei den Sonnenuntergängen immer höher über dem abendlichen Westhorizont. 7 Monate nach Zyklusbeginn (219 Tage) erreicht sie ihre größte östliche Elongation (7). In ihrer Abendsternsichtbarkeit erreicht sie nun ihre maximale Höhe über dem Horizont. Im Fernrohr lässt sie sich jetzt als Halbkreisvenus betrachten. Ihr 146 Tage währender erdnaher Halbzyklus beginnt, in dem sie sich ausschließlich in ihren Sichelphasen zeigt. Ihr Sonnenabstand (Elongation) verringert sich jetzt wieder und bald schon erreicht sie ihren Größten Glanz als Abendstern (8). Vor dem Hintergrund des Tierkreises bewegt sie sich zusehends langsamer und stoppt ihren Lauf schließlich ganz. Bei einem Sonnenabstand von 29° erreicht Venus ihre Station zur Rückläufigkeit (10). Hier beginnt sie, sich rücklaufend durch den Tierkreis zu bewegen. Dabei nähert sich Venus schnell der Sonne an und taucht schließlich in ihr helles Licht ein. Mit ihrem heliakischen Abenduntergang (12) endet ihre gut 9 Monate währende Abendsternsichtbarkeit. Die Untere Konjunktion (13) mit der Sonne ist gleichzeitig der Beginn ihres Halbzyklus in Morgensternelongation. Ihre erste Sichtbarkeit als Morgenstern, ihr heliakischer Morgenaufgang (14), erfolgt nur weniger Tage später. Nun hat sie den Schauplatz gewechselt und erscheint mit jedem neuem Tag deutlich höher am morgentlichen Osthorizont. Nach insgesamt rund 42 Tagen Rücklauf erreicht sie ihre Station zum Direktlauf (16). Gut zwei Wochen später erstrahlt sie schon als Morgenstern im größten Glanz (18) und in etwas mehr als einen Monat erreicht sie bereits ihre größte westliche Elongation (19) als Morgenstern. Mit der Annäherung an die Sonne verhält es sich proportional entgegengesetzt, obwohl auch ihre Sichtbarkeitsphase als Morgenstern ebenfalls gut 9 Monate währt. Ihr heliakischer Untergang als Morgenstern (24) erfolgt bei einer westlichen Elongation von 9°: Mit der Oberen Konjunktion schließlich endet der Zyklus und ein neuer beginnt.

Kriterien zur Differenzierung einzelner Venusphasen

Aufgrund ihrer besonderen Bedeutung definieren die genannten zwölf Ereignispunkte natürliche Phasengrenzen innerhalb der Venuszyklen, die in einem differenzierten Venusphasenmodel Berücksichtung finden müssen. Anhand dieser bereits vorgegebenen Phasengrenzen lassen sich zunächst einige eindeutig benennbare Großphasen unterscheiden.

Halbzyklen: Die beiden Sonnenkonjunktionen und die beiden seitlichen Positionen teilen die Venuszyklen jeweils in zwei gleichgroße Teilstrecken, die sich als Halbzyklen bezeichnen lassen.

Venus als Morgenstern und als Abendstern: Die Phasengrenzen bilden die erdferne obere Konjunktion, bei der Venus in ihre östlich von der Sonne gelegene Abendsternelongation wechselt und dann die erdnahe untere Konjunktion, bei der Venus in ihre westlich der Sonne gelegene Morgensternelongation übergeht. So entstehen zwei Halbzyklen zu jeweils gut 292 Tagen.

Erdferne und Erdnähe: Hier bilden die beiden größten Elongationen die Phasengrenzen, die bei einem Sonnenabstand zwischen 46-47° liegen. Bei ihrer größten Elongation als Morgenstern wechselt Venus vom ernahen in den erdfernen Halbzyklus, für dessen Transit sie durchschnittlich 438 Tage braucht. Bei ihrer größten Elongation als Abendstern wechselt sie dann vom erdfernen in den erdnahen Halbzyklus, dessen gleichgroße Strecke sie in nur 146 Tagen durchschreitet.

Venus Sichtbarkeiten: In Venus Zyklen lassen sich ihre sichtbaren von ihren unsichtbaren Phasen unterscheiden. Außerdem lassen sich als weitere Sichbarkeitskriterien noch die Maxima ihrer Helligkeit zur zyklusinternen Phasenbildung hinzuziehen.

Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit: Das entscheidende Kriterium, ob sich Venus mit bloßem Auge am Himmel erblicken lässt, ist ihr seitlicher Abstand zur Sonne, ihre Elongation. Bei beiden Konjunktionen mit der Sonne, bei der erdnahen wie bei der erdfernen, wird Venus feines Sternenfunkeln von den hellen Sonnenstrahlen komplett geschluckt. Erst bei einer Elongation, die bei einem Wert zwischen 9-18° liegt, lässt sich Venus erblicken. Die Begriffe, die diese Übergänge bezeichnen, sind Venus heliakische Auf- und Untergänge. In Bezug auf die Sichtbarkeit aller Sterne und Planeten, wird  ein Wert von 18° zur Bestimmung dieser heliakischen Sichtbarkeitsgrenzen angenommen. Da Venus jedoch der hellste aller Planeten und Sterne ist, lässt sie sich meistens schon früher erblicken. Ihre helikischen Auf- und Untergänge sind schon bei 9-10° anzusetzen. Venus Sichtbarkeitsgrenzen wurden von vielen frühen Hochkulturen sehr aufmerksam beobachtet und notiert, so dass die Einteilung in vier sich an Venus Sichtbarkeit orientierenden Großphasen auf eine lange Tradition zurückblickt.

1. Venus Unsichtbarkeitsphase während ihrer erdfernen Sonnenpassage (Wechsel vom Morgenstern zum Abendstern)

2. Venus Sichtbarkeitsphase als Abendstern

3. Venus Unsichtbarkeitsphase während ihrer erdnahen Sonnenpassage (Wechsel vom Abendstern zum Morgenstern)

4. Venus Sichtbarkeitsphase als Morgenstern

Venus im Größten Glanz: Die Zeiten, in denen Venus die Maxima ihrer Helligkeit als Gestirn des Sternenhimmels erreicht, lassen sich ebenfalls als Abgrenzungkriterien hinzuziehen. Hier sind zwei Momente im Venuszyklus zu nennen, einmal ihr Größter Glanz als Abenstern und dann ihr Größter Glanz als Morgenstern. Interessant ist, dass beide Ereignisse im erdnahen Halbzyklus liegen, und zwar ziemlich genau zwischem dem jeweiligen größten Sonnenabstand und der erdnahen Sonnenkonjunktion. Zwischen beiden Ereignissen liegen 73 Tage, ein Zeitraum, dessen besondere Bedeutung weiter unten genauer zur Sprache wird.

Venus Bewegungsrichtung: Zirka drei Wochen vor der erdnahen Sonnenkonjunktion kommt es zu einem Ereignis, was den Menschen der Vergangenheit die allergrößten Rätsel aufgegeben hat. Vor dem Hintergrund des Sternenhimmels betrachtet, scheint Venus bei einem Sonnenabstand von gut 29°  ihre Bewegungsrichtung zu ändern und sich für eine Zeit von gut 42 Tagen rückwärts durch den Tierkreis zu bewegen.

Venus direktlaufende und rücklaufende Phasen: Die Einteilung in zwei sich an der Laufrichtung der Planeten orientierenden Phasen ist beinahe so alt wie die Himmelsbeobachtung selbst. Bei Venus umfasst die direktlaufende Phase einen Zeitraum von durchschnittlich 542 Tagen und die rücklaufende Phase annähernd 42 Tage. Besonders der rücklaufenden Phase wurde seit jeher besondere Beachtung geschenkt, auch und insbesondere im Kontext der astrologischen Deutung. Die Integration dieser Phasen in ein differenziertes Venusphasenmodel ist deshalb von höchster Priorität.

Vier Quadranten im kardinalen Venusphasenkreuz

Aus unser irdischen Perspektive betrachtet erscheinen Venus Bewegungen in Relation zur Sonne wie die eines Pendels. Begonnen mit der erdfernen Sonnenkonjunktion (0°), bei der Venus hinter der Sonne vorbeizieht, pendelt sie in ihre Abendsternelongation und stoppt schließlich bei einem Maximum von etwa 47°. Anschließend bewegt sie sich wieder auf die Sonne zu, bis sie diesmal genau zwischen Sonne und Erde in ihre erdnahe Sonnenkonjunktion (0°) gelangt. Dann pendelt sie in ihre Morgensternelongation und erreicht auch dort ihr Maximum bei etwa 47°. In der Folge bewegt sie sich wieder auf die Sonne zu und so gelangt ein Zyklus zur Vollendung. In einer räumlichen Betrachtung lassen sich so vier gestaltbildende Quadraten identifizieren.

Erdferne aufsteigende Venus als  Abendstern

(219 Tage)

47 Grad

(73 Tage)

Erdnahe zulaufende Venus als  Abendstern

Erdferne zulaufende Venus als  Morgenstern

(219 Tage)

47 Grad

(73 Tage)

Erdnahe aufsteigende Venus als  Morgenstern

Diese vier Quadranten haben für den Venuszyklus eine ähnlich große Bedeutung wie die vier Jahreszeiten für ein Jahr. Sie erlauben eine klare Abgrenzung der jeweils voneinander zu unterscheidenden dynamischen Qualitäten innerhalb eines Venuszyklus und liefern damit wertvolle Anhaltspunkte für die Interpretierbarkeit der einzelnen Abschnitte. Es ist jedoch offensichtlich, dass der zeitliche Unterschied, den die beiden Quadranten des erdfernen zu den beiden Quadranten des erdfernen Halbzyklus aufweisen, sehr erheblich ist. Er beträgt genau das Dreifache und so bietete es sich an, die 219 Tage der erdfernen Quadranten jeweils zu dritteln, um so zu acht gleichgroßen Phasen von jeweils 73 Tagen zu gelangen. Da dieser Schritt an dieser Stelle etwas willkürlich anmutet, gibt es einen weitaus überzeugenderen Weg, um zu diesem Ergebnis zu kommen.

8 Venusphasen á 73 Tage

Bei einer genaueren Betrachtung der Verhältnisse zwischen den Umlaufzeiten von Erde und Venus, wird ein gemeinsamer Nenner deutlich, als über die 584 Tage eines einzelnen Venuszyklus hinausgeht. Dieser umfasst einen Zeitraum von 8 Erdenjahren, während denen es zu annähernd genau 13 Venusumläufen und 5 Venuszyklen kommt. Das hat zur Folge, dass Venus nach jeweils acht Erdenjahren sowohl in ihren Umlauf um die Sonne als auch in ihrem interaktiven Zyklus mit der Erde wieder in die gleiche Ausgangsposition zurückkehrt. Hier schließt sich der Kreis und das Schauspiel kann von vorne beginnen. In diesem Zusammenspiel offenbart sich ein wunderbares Resonanzverhältnis. Da für uns ein einzelnes Erdenjahr der primäre Bezugspunkt unseres Zeiterlebens ist, verweist diese Resonanz bei der Betrachtung von Einjahresintervallen auf acht gleichgroße Venusphasen zu je 73 Tagen.

Acht Lichtgestalten als kardinale Phasengrenzen

Über die Resonanz des Erdumlaufs zum Venuszyklus lässt sich aus aus dem kardinalen Phasenkreuz eine kardinale Phasenkonfiguration ableiten. Beginnend mit einem Tag, an dem eine obere (erdferne) Konjunktion mit der Sonne (0) stattfindet, kommt es an diesem Stichtag nach genau einem Jahr (1) zur Halbvenus in ihrer größten Elongation als Morgenstern. Nach wiederum genau einem Jahr zeigt sich Venus als hoch aufsteigender Abendstern (2), dann wiederum als horizontnaher absteigender Morgenstern (3), nach Vollendeung des vierten Jahres in ihrer erdnahen unteren Sonnenkonjunktion (4), dann als horizontnaher aufsteigender Abendstern (5), als hoch absteigender Morgenstern (6), als Halbvenus des Abendsterns (7) und schließlich nach einem Zeitraum von genau 8 Jahren ist sie zurück an ihrer Ausgangsposition der erdfernen Sonnenkonjunktion. Damit schließt sich der Kreis und beginnt von Neuem.  Die Relevanz der 73tägigen Venusphasen findet darin ihre Bestätigung.

Venus8Lichtphasen

Kardinale Konfiguration

Den 8 Venusphasengrenzen der Kardinalen Konfiguration kommt eine maßgebliche Rolle in der Phasenbildung der Venus zu, denn sie beinhalten die vier Erreignisse, die die räumliche Struktur eines Venuszyklus prägen. Beinahe ließe sich schon sagen, dass diese Einteilung in 8 Phasen bereits überzeugend genug ist, um damit zu arbeiten. Schließlich wird der achtstrahlige Stern schon seit jeher als Venussymbol dargestellt und insofern wären dies die acht gesuchten Phasen.

Mit einem Blick auf die noch nicht zum Zuge gekommenen Abgrenzungskriterie läßt sich allerdings bemerken, dass einige wichtige Punkte noch nicht zum Zuge gekommen sind. Das sind zuerst einmal die Ereignisse, die von Venus Sichtbarkeitsgrenzen handeln. Auch in dieser Hinsicht lässt sich mit der oben angewandten Methode ein beeindruckendes Ergebnis erzielen.

Acht Sternpunkte als Phasengrenzen

Nimmt man als Startpunkt ein Datum, in dem Venus als Abendstern im größten Glanz (0) am Himmel zu sehen ist und schaut jetzt genau ein Jahr später auf den Stichtag, dann befindet sich Venus mit einem Sonnenabstand von 9° fast auf den Punkt genau an dem Ort ihres heliakischen Aufgangs als Abendstern (1). Ein Jahr später erscheint sie als Morgenstern gut 36,5 Tage nach ihrer größten Morgensternelongation (2). Als nächstes, auf der anderen Seite, als Abendstern gut 36,5 Tage vor ihrer größten Abendsternelongation (3). Danach zeigt sie sich wieder an einem sehr entscheidenden Punkt im Verlauf ihres Zyklus, nämlich wiederum bei einem Sonnenabstand von gut 9° bei ihrem heliakischen Untergang als Morgenstern (4). Als nächstes trifft sie erneut einen entscheidenden Punkt in ihrem Zyklus, ihren größten Glanz als Morgenstern (5). Nach dem darauf folgenden Erscheinen als aufsteigender Abendstern (6) und dann als absteigender Morgenstern (7) schließt sich wiederum der Kreis mit ihrem größten Glanz als Abendstern (8).

Venus8Sternphasen

Konfiguration der Sternpunkte

Die Konfiguratin der Sternpunkte beeindruckt nicht minder als die Kardinale Konfiguration, denn auch sie überzeugt mit vier Erreignispunkten, die den Verlauf eines Venuszyklus entscheidend bestimmen. Gemeinsam decken beide Konfigurationen acht der insgesamt zwölf als relevant zu betrachtenden Ereignispunkte eines Zyklus ab. Da beide Konfigurationen exakt versetzt zueinander verlaufen, ergeben sich 16 Halbphasen zu je 36,5 Tagen. Dieses Phasenmodel hat seinen Reiz im unterschiedlichen Charakter der beiden Konfigurationen, die mit ihren Ereignispunkten Spannungsfelder entstehen lassen, dessen zwei Pole für sehr unterschiedliche Qualitäten stehen. Alle 36,5 Tage ändert sich die Polarität, wobei die unterschiedlichen Qualitäten wechselseitig ihren Maximalwerte erreichen. Hier bietet sich eine Betrachtung anhand eines Wellenmusters mit acht Wellen an, in der ich das den tiefsten Punkt des Wellentals den Ereignispunkten der Kardinalen Konfiguration und den Wellenkamm des Wellenberges denen der Konfiguratioen der Sternpunkte zuordnen würde. Für eine astrologische Interpretaion wäre mit diesem Wechsel der Phasenqualität zwischen zwei Polen bereits eine ausgezeichnete Ausgangsposition geschaffen, die Venusphasen einer differenzierten Deutung zu erschließen.

Die Sichelgestalten der Venus

Die Ereignisse, die den Menschen seit jeher größte Rätstel aufgegeben haben, weil Venus hier eine wirklich beeindruckende Show am Himmel aufführt, kamen im bisher aufgezeigten Venusphasenmodel noch nicht zum Zuge. Es sind die beiden Stationen, an denen Venus ihre Bewegungsrichtung ändert, sowie außerdem noch Venus heliakischer Untergang als Abendstern und ihr anschließender Aufgang als Morgenstern. Diese Ereignisse finden allesamt während der Sichelphasen statt, mit denen Venus sich in ihrem erdnahen Hallbzyklus zeigt und geben den Vorgang wieder, bei denen Venus auf ihrer inneren Bahn die Erde überholt. 

Dramaturgisch bietet sich für eine nähere Betrachtung der Sichelphasen der 73-tägige Intervall an, der zwischen Venus größtem Abendsternglanz und ihrem größten Morgensternglanz liegt. Das Wellental dazwischen wäre in diesem Fall die untere erdnahe Konjunktion. Zunächst ist jedoch zu beachten, dass Venus in ihrer Sichtbarkeitsphase als Abendstern viele Monate gebraucht hat, um schließlich in ihrem größten Glanz am Abendhimmel zu erstrahlen. Nun kommt es zum großen Showdown. Heller als je zuvor stoppt Venus langsam ihren Direktlauf, ändert an der Abendsternstation (R)  ihre Laufrichtung und bewegt sich dann rückwärts am Sternenhimmel. Am abendlichen Horizont erscheint sie jetzt mit jedem Tag etwas tiefer stehend und nach weniger als 30 Tagen taucht sie in das helle Licht der untergehenden Sonne ein. Venus verschwindet vom Abendhimmel. Nur 14 Tage später aber, ist bereits ein erstes Sternenfunkeln von Venus am Morgenhimmel zu beobachten. Von nun an vergrößert sich ihr Abstand zum Horizont bei ihrem morgentlichen Erscheinen mit jedem Tag deutlich. Ihre Rückwärtsbewegung im Tierkreis wird langsamer und endet nach insgesamt 42 Tagen an der Morgensternstation (D). Sie nimmt langsam wieder Fahrt in direktlaufender Richtung auf und erstrahlt kaum 14 Tage später bereits, jetzt vor Sonnenaufgang am Morgenhimmel, in ihrem größten Glanz als Morgenstern. Damit hat sie als Morgenstern in einem Monat das geschafft, wofür sie als Abendstern mehr als 7 Monate benötigt hat.

Venussichelphasen

Abendsternglanz

Abendsternstation (R)

Abendletzt

Erdnahe Sonnenkonjunktion

Morgenerst

Morgensternstation (D)

Morgensternglanz

Bei der Integration dieser vier erdnahen Ereignispunkte in das Venusphasenmodel muß beachtet werden, dass mit jedem dieser Ereignisse eine entscheidende Veränderung im Venuszyklus eintritt und somit natürlicherweise eine neue Phase generiert wird. Es sind strukturierende und somit sehr bedeutungsvolle Eckpunkte, aus denen die Phasen von Venus Rückläufigkeit und die ihrer Unsichtbarkeit während der erdnahen Sonnenpassage resutieren. Eine klare Abgrenzung zur eindeutigen Identifizierung und gesonderten Betrachtung dieser Phasen ist unerlässlich. Da diese vier Punkte sich allesamt in der Sternphase der größten Erdnähe ereignen, ist es notwendig, diese zuätzlich aufzuteilen. Es ergeben sich so 5 Unterabschnitte von jeweils ungefähr 14 Tagen. Ein weiterer Schritt, der diese Unterabschnitte nochmals teilt, führt zu Teilphasen von jeweils 7 Tagen (7,3 Tage). Dieser Schritt hat allerdings eher praktische Gründe, weil dadurch eine Analogie zum Wochenrhythmus erzeugt wird und die Unterphasen so einen seperativen und applikativen Charakter (abnehmend und zunehmend) bekommen.

Die Oberschwingungen der Venusphasen

Für die Integration in das oben aufgezeigte Wellenmodel lässt sich nun genau so verfahren wie bei den beiden oben vorgestellten Konfigurationen. Eine Betrachtung der sich jeweils im Einjahresrhythnus ergebenden Punkte zeigt jedoch bei allen vier genannten Ereignispunkten lediglich den Startpunkt als relevates Ereignis. Es entsteht keine weitere große Konfiguration, sodern nachrangige Sekunndärkonfigurationen. Diese so ermittelten Punkte verweisen jedoch auf Resonanzen, die von den Ereignissen der erdnahen Sternphase ausgehen und die sich als einfache Resonanzpunkte in den Phasen der großen Konfigurationen wiederfinden. 

Insgesamt ist jetzt ein Venusphasenmodel aus 24 seperat zu interpretierenden Abschnitten eines Venuszyklus entstanden, von denen jeder einzelne sich in Details der zu interpretierenden Qualität unterscheidet. Im Großen und Ganzen jedoch, zeigt Venus sich in 8 Großphasen, in denen ein sich von der Reverenzphase der größten Erdnähe ausgehender Verlauf von Oberschwingungen beobachten und interpretieren lässt. Hierin liegt der Schlüssel verborgen, der die Venusphasen einer detailierten individualastrologischen Deutbarkeit zugänglich macht.

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Thomas Michaelsen

Letztes Update: Mai 2009

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